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Tausche Haus gegen Arbeitsplatz

Mittwoch, 25. Februar 2009

Interessantes

Ein arbeitsloser Mann aus Hessen tut alles, um wieder arbeiten zu können. Er bietet sein Haus im Tausch gegen einen sicheren Job an. Sehr mutig und auch erfolgreich.

Erich Krumsig, 57 Jahre alt und arbeitslos, wohl kein Einzelfall in Deutschland.
Krumsig hat sein Leben lang gearbeitet und ist stolz darauf. Er war 14, als er eine Bäckerlehre begann, später wurde er Einzelhandelskaufmann. “Damals konnte man einfach zu den Betrieben gehen und nach Jobs fragen. Die hatten immer was”, sagt er. Und Krumsig arbeitet, geht auf Montage, fährt Lkw, wird technischer Betriebsleiter im Stahlhandel. Die letzten 22 Jahre seines Berufslebens arbeitet er in einer Anlage zur Wasseraufbereitung. Doch 2005 kommt ein neuer Chef, er wird entlassen. Nun beantragt er seit 3 Jahren Hartz-IV, so soll es für ihn nicht weitergehen.

Krumsig tut fast alles um wieder Arbeit zu haben. Er bewirbt sich überall, Hauptsache er hat etwas zu tun. 600 Bewerbungen habe er wohl schon geschrieben, irgendwann hörte er auf zu zählen. Eines Tages kam ihm die Idee, die sein Leben veränderte, er lässt sich eine Kleinanzeige in der Lokalzeitung drucken …

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Immenhausen bei Kassel, hier steht das schon über 100 Jahre alte Dreifamilienhaus von Erich Krumsig. Seine Urgroßeltern haben es gebaut und er selbst wohnt schon fast sein ganzes Leben darin. Trotz vieler Erinnerungen und einer gewissen Familientradition möchte Erich lieber einen sicheren Job haben als ein Haus. 160.000 Euro soll es wert sein. Schon lange wollte er das Haus verkaufen, da sein Geld nicht mehr reicht. Viele Angebote waren zu gering, um dieses Haus zu verkaufen, nun entschied er sich das komplette Haus gegen einen Job zu tauschen.

Kaum ist die Annonce in der Zeitung, melden sich Hunderte von Arbeitgebern. Die Geschichte von Krumsig verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Post verstopft seinen Briefkasten. “Länger als zehn Minuten stand das Telefon nicht still”, sagte er. “Ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht.”
Jedoch sind viele der Angebote unseriös, man bietet ihm zu wenig Geld oder man möchte nur durch ihn in die Medien kommen.

Aber viele Firmen aus Kassel und Umgebung wollen Erich Krumsig eine Chance geben.
Er hat bereits ein erstes Vorstellungsgespräch für einen Posten als Hausmeister. Und dabei will der Arbeitgeber nicht einmal das Haus haben. „Er soll nur ehrlich und fleißig was tun”, sagte Wilfried Böttinger, der zusammen mit seiner Frau Brunhilde ein Haushaltswarengeschäft in Lohfelden führt. “Wir sind vielseitig und können ihm eine Chance geben.”

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