Meldungen zu BIP und IFO-Index
Freitag, 24. April 2009

Entwicklung des BIP
Wenn uns die momentane Finanz- und Wirtschaftskrise eines gebracht hat, dann ist es Verwirrung. Denn die Medien produzieren Tag für Tag Meldungen, die sich auf den ersten Blick total wiedersprechen. Nachdem vergangene Woche noch ein Rückgang der Wirtschaft in Höhe von -5% erwartet wurde, war Anfang dieser Woche in der deutschen Medienlandschaft schon wieder Optimismus angesagt und Meldungen prophezeiten eine rasche Erholung aus der Talfahrt.
Doch diesen Mittwoch kamen dann erneute Hiobsnachrichten über ein Minuswachstum von inzwischen 6% . Die Tatsache das heute, zwei Tage später, SPIEGEL ONLINE mit der Schlagzeile “Stimmung bei Unternehmern verbessert sich deutlich” titelt, ist für uns Grund genug einen Entwirrungsversuch zu starten.Außer dem blinden Rätselraten der Wirtschaftsexperten ist in diesen Zeiten oft das Verwechseln zweier Kennzahlen Grund der gegensätzlichen Meldungen.
Denn die schlechten Meldungen betreffen derzeit meist das BIP, also das Bruttoinlandsprodukt welches den Wert aller im Land produzierten Güter (Waren + Dienstleistungen) angibt. Die Veränderung des BIP, im Vergleich zum Vorjahres-BIP, gibt also Aufschluss über das Wirtschaftswachstum und stellt somit die wichtigste Kenngröße der volkswirtschaftlichen Gesamtberechnung.
Die guten Nachrichten hingegen kommen vom sogenannten Ifo-Index, einem Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Dieser wird vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht und ergibt sich aus einer Befragung von ca. 7000 deutschen Unternehmen zur gegenwärtigen Geschäftslage. Der ifo-Index kann also als “Stimmungsbarometer” für die deutsche Wirtschaft betrachtet werden, aufgrund der Qualität der erhobenen Daten fehlt es dem Index allerdings an Zuverlässigkeit.
Als (doofes) Beispiel nehmen wir nun mal eine Party, eine schlechte Party auf der die Stimmung dank feuchtfröhlichem Alkoholauschank trotzdem gut ist. Nun werden während der Party alle sagen das die Stimmung grandios ist, am nächsten Tag allerdings stellt man dann mit Kopfschmerzen fest das dieses Stimmungshoch teuer erkauft und die Party eigentlich grottenschlecht war.
Wer also in Zukunft wieder Horror oder Freudenmeldungen aus der Wirtschaft liest, der sollte darauf achten welche Werte der Bewertung der Situation zugrunde lagen. Besonders hellseherisch zeigen sich momentan Wirtschaftsforscher die eine Voraussage für das BIP im Jahr 2010 machen.
Ich persönlich denke, das wenn damals 2 Wochen vor dem Supergau niemand gewusst oder geahnt hat das da eine derartige Finanzkrise auf uns zukommt, auch jetzt niemand über ein Jahr in die Zukunft blicken kann um zu sehen was für Folgen und Auswirkungen ein Krisenjahr mit einer 6% Rezession (BRD Rekord - Die meisten BIP-Graphen stellen garnicht so weit in den Minusbereich dar!) haben wird.
Nur eines ist sicher, selbst wenn wir nach 2009 wieder nackt in Höhlen wohnen würden, die Wirtschaftsforscher würden sich trotzdem noch in die Haare kriegen wer nun das Höhlen BIP am genauesten vorausgesagt hat.
Schlagwörter: BIP, Finanzkrise, Ifo, Ifo-Index, Wirtschaft, Wirtschaftsforscher, wirtschaftskrise











Antworte auf den Beitrag:
"Meldungen zu BIP und IFO-Index"